Mittelschule Auerbach
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Drei Tage unterwegs auf den Spuren der NS-Vergangenheit

Wir, die Klasse 8a und 8M, fuhren vom 9. bis 11. Mai in das Schullandheim nach Nürnberg auf die Burg. Wir wohnten dort in den Kaiserstallungen. Die Räume im Dach dienten früher als Getreidespeicher und im Erdgeschoss waren im Mittelalter Pferdekutschen untergebracht. Die Zimmer waren schön, modern und unterschiedlich groß, jedoch konnte man die Fenster nur kippen und nicht ganz öffnen. Das Essen war sehr schmackhaft und mundete uns sehr.

Nach der Ankunft haben wir eine Stadtführung gemacht und erfahren, dass Knochen in alte Häuser eingebaut wurden, weil die Leute nach dem Zweiten Weltkrieg zu wenig Geld hatten. Wenn man damals ein Haus aus Steinen besaß, galt man als reich. Die Führung endete an der Straße der Menschenrechte, in welcher auf hohen Säulen auf verschiedenen Sprachen die Menschenrechte zu lesen sind. Alle Menschen sind gleich, egal welcher Nation, Sprache und Religion. Außerdem haben wir nach dem Abendessen den Historischen Kunstbunker besucht. Dort sieht man viele Informationstafeln über Kulturgüter wie Bilder und Gegenstände, die damals im 2. Weltkrieg dort in Sicherheit gebracht wurden. Wir wurden in Kleingruppen aufgeteilt und haben mit Arbeitsaufträgen verschiedene Bunkerräume erkundet. Es gibt dort immer noch einen Generator zu sehen, der damals Strom produzierte, um die Belüftung der Räume sicher zu stellen.

Zusätzlich hörten wir uns einen originalen Radiomitschnitt aus dem Volksempfänger mit Hitlers Propagandarede an. Danach hatten wir noch Zeit und saßen auf den Zimmern zusammen oder haben uns einen alkoholfreien Cocktail an der Bar gegönnt.

Am zweiten Tag sind wir nach dem Frühstück mit dem Bus zum Dokumentationszentrum gefahren und haben uns mit Hilfe einer App und unseren Handys in der Kongresshalle über die Jahre 1920 bis 1945 informiert. So konnten wir von Ausstellungswand zu Ausstellungswand laufen und uns geschichtlich informieren. Zusätzlich gab es Tische mit Gegenständen und kleinen interaktiven Aufgaben, um tiefer in die Vergangenheit einzutauchen. Einmal konnte man zum Beispiel auf einem IPad ein digitalisiertes Fotoalbum eines NS-Führers durchblättern.

 

Anschließend bekamen wir noch eine Führung über das 16 Quadratkilometer große Reichsparteitagsgelände rund um den Dutzendteich. Hitlers Vorbild war das Heilige Römische Reich Deutscher Nation und er wollte noch eindrucksvollere Bauten errichten. Aus dem Steinbruch in Flossenbürg ließ er damals extra Granitblöcke herbeischaffen, um die Gebäude zu errichten. Sein Ziel war es, dass sich der Einzelne „klein“ fühlen sollte und in der Masse so untergeht und mitschwimmt. Im Deutschen Stadion wurden Spiele durchgeführt wie „Gasmaskenlauf“ und „Granatenweitwurf“, um die Menschen auf spielerische Weise auf den Krieg vorzubereiten, allerdings erinnert nur mehr ein Grundstein daran und ein Teich, denn diese Fläche wurde geflutet. 

Auf dem Zeppelinfeld saßen wir auf den originalen Tribünen von damals und waren fasziniert von der Größe des Areals, wo damals tausende Leute mitfeierten und an Militärparaden und Feierlichkeiten teilnahmen. Wir sahen zudem, dass die Große Straße, die heute als Messeparkplatz genutzt wird, aus quadratischen unebenen Granitplatten besteht. Uns wurde erklärt, dass die unterschiedlich gräulich gefärbten Felder zur Orientierung dienten, damit die Soldaten in Reih und Glied standen und auf jeder der Platten zwei „Stechschritte“ ausführen konnten, um synchron marschieren zu können. Auch hier sollte der Einzelne in der Masse untergehen und alles gleich aussehen. Die Unebenheiten dienten für den besseren Halt auf dem Boden.

Die Klasse 8a war hier etwas eher mit dem Rundgang fertig und nutzte die Pause bei einem Eis und Tretbootfahren auf dem Dutzendteich, um auf die andere Gruppe zu warten. Nach dem informativen Tag hatten wir uns Freizeit verdient und durften uns in Kleingruppen in der Innenstadt frei bewegen. Zum Abendessen trafen wir uns dann wieder auf der Burg und hatten noch einen schönen letzten Abend für uns, bei dem wir auch andere Jugendgruppen kennen gelernt haben.

Bevor es wieder nach Hause ging, besuchten wir noch das Gerichtsgebäude, in dem die „Nürnberger Prozesse“ stattgefunden haben. Wir nahmen auf der Zuschauertribüne im Saal 600 Platz, in welchem auch die damaligen NS-Kriegsverbrecher wie Heinrich Himmler und Joseph Goebbels verurteilt wurden. Jede Kleingruppe hatte Rechercheaufträge und versuchte diese mit Hilfe von Audioguides und kurzen Hörbeiträgen zu beantworten. Einiges erfuhren wir auch in der Ausstellung im zweiten Stockwerk.

 

„Insgesamt hat uns das Schullandheim gefallen, aber wir wären gerne fünf statt nur drei Tage gefahren!“

 

Klassen 8a und 8M

 

P.S.: Leider ist die Veröffentlichung eines Gruppenfotos an dieser Stelle nicht möglich, da einige Eltern keine Veröffentlichung im Internet wünschen.

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