Mittelschule Auerbach
Mittelschule Auerbach

Mittelschüler informieren sich        zum 11. Mal über Berufe

Am 26. Februar fand an unserer Mittelschule zum elften Mal der Berufsinformationstag statt. Es nahmen in diesem Schuljahr 105 Schüler/innen aus den 7. bis 9. Klassen teil. 17 Betriebe aus Handwerk, Dienstleistung und Industrie sowie Fachschulen stellten jeweils im 45-Minuten-Rhythmus ihre Ausbildungsberufe vor.

 

Viel Interesse bestand in diesem Schuljahr am Beruf Verkäufer/in und Einzelhandelskaufmann/-frau, den insgesamt 33 Jugendliche besuchten. Erstmals dabei war die Stadt Auerbach mit Michèle Schwarz und Matthias Regn, die ihre Ausbildungsberufe Verwaltungsangestellte/r, Straßenbauer/in und Schwimmmeister/in vorstellten. 

Herr Schriml, Sie organisieren den Berufsinformationstag an der Auerbacher Mittelschule zum elften Mal. Was hat damals dazu geführt, so ein Angebot zu schaffen?

Arthur Schriml: Vor vielen Jahren unterrichtete ich zweimal hintereinander die 9. Klasse und musste zusehen, wie meine Schüler keine Lehrstellen bzw. die falschen fanden und dann die Ausbildung abbrachen oder wechselten. Es gab damals viel mehr Schulabgänger als Ausbildungsplätze in unserer Gegend. Durch den Berufsorientierungstag wollte die Schule den Schülern ein größeres Berufswahlspektrum bieten und Betriebe mit Schülern zusammenbringen.

 

War es/ist es schwierig, Referenten bzw. Firmenvertreter für diese Berufsinfo zu finden?

Schriml: Früher war es weniger schwierig, ein abwechslungsreiches und auch kürzeres Programm zusammenzustellen. Heute bekomme ich häufiger Absagen, weil manche Handwerksbetriebe derzeit nicht ausbilden oder sie eine Firmenpräsentation vielleicht als Belastung sehen, obwohl sie dabei auch ihren Betrieb werbemäßig darstellen könnten. Da es mehr Ausbildungsplätze als Bewerber gibt, müssten eigentlich die Betriebe auf uns zukommen. Gleichzeitig gibt es aber auch Firmenchefs, die am liebsten jedes Jahr ihren Ausbildungsberuf vorstellen wollen, weil sie zu wenige Bewerber haben.

 

Gibt es eine Maximalzahl an Referenten?

Schriml: Der Beruforientierungstag an unserer Mittelschule ist in den Jahren immer mehr gewachsen und hat letztes Jahr die Spitze mit 21 Referenten erreicht. In diesem Jahr haben 19 Betriebe und Fachschulen zugesagt. Der Referentenpool hat sich im Laufe der Zeit auf knapp 70 gesteigert. Dabei sind wir immer auf der Suche nach Betrieben im Umkreis von etwa 20 Kilometern, die auch ausbilden. 

Nach welchen Kriterien werden diese ausgewählt?

Schriml: Die Schüler kommen auf die Lehrkräfte zu und fragen beispielsweise nach IT-Systemkaufmann oder Koch. Die Betriebe oder Fachschulen müssen für Mittelschüler mit Qualifizierendem oder Mittlerem Abschluss geeignete Ausbildungsberufe anbieten, die auch von den Azubis möglichst mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden können. Da die Schülerinnen und Schüler dreimal aus sechs Berufen ihren Wunschbetrieb aussuchen, bilden sich schnell Interessensschwerpunkte.

 

Gibt es eine Art "Stammpersonal", das immer dabei ist?

Schriml: Es hat sich herausgestellt, dass Industriebetriebe wie ZF, KSB, BEKA, Eckart-Werke und Heim & Haus bei den Jugendlichen sehr beliebt sind. Daneben stehen noch Kindergärten und Fachschulen auf der Wunschliste der Mittelschüler.

 

Für welche Klassen ist dieser Berufsinformationstag speziell gedacht?

Schriml: Der Berufsorientierungstag bietet ein Berufswahlangebot für alle Schülerinnen und Schüler der 7. bis 9. Regel- und M-Klassen, in Summe für über 100 Jugendliche.

 

Wir gehen davon aus, dass die Teilnahme Pflicht ist.

Schriml: Da es sich um den Unterrichtsvormittag handelt, nutzen alle genannten Schüler dieses berufspraktische Angebot und tauschen drei Stunden lang ihren stundenplanmäßigen Unterricht mit dem Berufsorientierungsunterricht. Nur die 10. Klasse hat die Wahl, freiwillig daran teilzunehmen, weil hier häufig der Berufswahlprozess bereits abgeschlossen ist.

 

Gibt es Reaktionen der Schüler auf die Firmeninfos in der Schule? Welche?

Schriml: Unser Berufsorientierungstag ist durch das Thema Berufswahl in den AWT-Unterricht eingebunden und wird von den Lehrern vor- und nachbereitet. Dabei äußern die Schüler auch ihre positiven und negativen Erfahrungen. Da bei jedem Vortrag ein Lehrer anwesend ist, gibt es auch Lehrerfeedback zur Schülerbegeisterung der Vorträge. 

Wie beurteilt die Schule das Angebot selbst? Was bringt es in der Praxis?

Schriml: Durch den Berufsorientierungstag können die Schüler ihr eigenes Berufswahlspektrum erweitern, um zuletzt den richtigen Ausbildungsplatz gezielter auswählen zu können. Neben der erweiterten vertieften Berufsorientierung in der 7. Jahrgangsstufe gehen die Schüler der 8. und 9. Klasse noch dreimal je eine Woche ins Praktikum bei den Betrieben vor Ort. Wir sind froh, dass wir unseren Schülerinnen und Schülern diese seit Jahren fest etablierte Hilfe bei der Berufsorientierung bieten können, was nur dadurch möglich ist, dass die regionalen Betriebe mit ihren Fachleuten als Referenten die Mittelschule unterstützen. Dafür sind wir alle – Schüler, Eltern und Lehrkräfte - sehr dankbar.

 

Ist ein Erfolg messbar, wenn man das so sagen kann?

Schriml: Das ist schwer zu beantworten. Durch diese Kontakte kommen immer wieder Ausbildungsverträge zustande.

 

Was ist das konkrete Ziel des Angebots?

Schriml: Die Mittelschule Auerbach will durch den Berufsorientierungstag Schüler und Betriebe zusammenbringen, damit der Berufswahlprozess für beide Seiten ein Erfolg wird. Gleichzeitig erfahren die Lehrkräfte vor und nach den Vorträgen die aktuellen Wünsche und Erwartungen der einzelnen Betriebe. Das persönliche Kennenlernen potentieller Ausbilder motiviert viele Jugendliche auch zum gezielten Bewerben bei diesen Betrieben.

Dieses Interview von Michael Grüner wurde am 22. Februar 2019 in den Nordbayersichen Nachrichten und am 25. Februar im Nordbayersichen Kurier veröffentlicht.

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