Mittelschule Auerbach
Mittelschule Auerbach
Brot kann schimmeln und was kannst du?“
Mit diesem Zitat überraschte der Autor Manfred Theisen an der Mittelschule Auerbach die Schülerinnen und Schüler am 09. Mai. In Schreibwerkstätten und Workshops arbeitet er mit Heranwachsenden zusammen und unterstützt sie dabei, sich mit Literatur und Kunst auseinanderzusetzen. Er ist überzeugt, dass jeder nach seinen Fähigkeiten Großartiges leisten kann, wenn er nur entsprechend motiviert wird. So zeichnete ein ehemals „Null-Bock-Schüler“ die Cartoons zu seinem Buch „Nerd forever“ und verdient inzwischen viel Geld mit dieser Begabung.
Der Journalist und Politologe zog seine Zuhörer schnell in seinen Bann, da er durch seine sympathische Art das Interesse der Jugendlichen weckte. Mit Anekdoten und Lebensweisheiten gespickt, fesselte er sein Publikum, als er sein neuestes Werk „Checkpoint Europa“ vorstellte. Die Hauptperson kennt er persönlich und verewigte deren Erfahrungen auf der Flucht von Syrien nach Deutschland in diesem Buch: Basil floh aus Syrien nach Deutschland, wobei er nicht nur seine Eltern, sondern auch seine Freundin Sahra verlor. So machte er sich nach einer Ausbildung quer durch Europa auf die Suche nach ihr.
Immer wieder betonte Herr Theisen, wie schwer es für die Flüchtigen ist, sich hier in Deutschland mit all seinen Regeln (sogar die aussterbenden Tierarten werden dokumentiert) zurecht zu finden. Da er in seinem Leben schon viel - vor allem in den arabischen Staaten - journalistisch unterwegs war, beschrieb er die Umstände der Flüchtigen sehr bildlich und teilweise enorm erschütternd. Im Gespräch wurde deutlich, dass er durch seine Erlebnisse die Menschen zum Nachdenken animieren will. Eine beschönigende Darstellung der Situation in den Krisengebieten ist nicht die Intention, die er verfolgt. Man muss die Menschen auf die verschiedenen Situationen aufmerksam machen, urteilen sollen sie selber. Besonders nachdenklich stimmte unter anderem die Erzählung eines ehemaligen Gotteskriegers, mit dem Herr Theisen ein Interview geführt hatte: Kinder wurden und werden zunächst auf ein Minenfeld geschickt, damit die Bomben losgehen. Erst dann schickte man die Soldaten zu ihrem Kriegseinsatz hinterher. Unfassbar über die Grausamkeiten, die in Kriegsgebieten stattfinden und über die für uns relativ magere Berichtserstattung in den deutschen Medien, gab es auch noch nach der Lesung viel Diskussionsbedarf.
Wir sind sehr dankbar über eine Zuwendung zur Autorenlesung von „Bayern liest e.V.“.
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